Mittwoch, 23. Juni 2010

Heute nun in Breslau...





Nach vielen dörflichen Eindrücken von gewisser Trostlosigkeit ist diese Stadt eine Besonderheit kulturellen und wirtschaftlichen Lebens. Und es gibt so viele Details zu entdecken... Stadtansichten gibts ja genug, aber die Kleinigkeiten und Strukturen sind interessant. Super Wetter und Kirchen ankucken noch und nöcher. Ist nicht jedermanns Sache aber doch für uns uns ein gewisses Pflichtprogramm. Abends - juchuuuuuuuu- Deutschland hat gewonnen...

Die Schlösser machen junge Paare an der Brücke fest - wie als Versprechen oder so...

Alte Kirchen und Lesung aus Moltke-Briefen



Dienstag, 22. Juni 2010

Kreisau in Schlesien


Es ist doch sehr bemerkenswert: Da fahre ich an einen doch recht abgelegenen Ort im ehemaligen
Schlesien, nach Kreisau, denke mir so: Naja, ein bischen Geschichte ankucken, ein paar Vorträge und sonst einfach mit den Kollegen zusammen sein. Doch schon stoße ich auf einen Mann, der Verbindung ist zu vielem, das mich auch in Frankfurt beschäftigt. Adolf Reichheim - Mitglied im sogenannten "Kreisauer Kreis" - 1933 - 1939Volksschullehrer in Tiefensee bei Berlin und ein Mann, der nach Wegen gesucht hat, Bildung als ein Zusammengehen von geistiger und körperlicher Betätigung zu fassen; inspirierende Gedanken und Ideen, die durchaus Ähnlichkeiten mit denen von Georg Götsch im Rahmen der Musikheimarbeit in Frankfurt (Oder) haben. Es ist tragisch, dass diese hohen Bildungsideale durch die Katastrophe des Dritten Reiches nicht oder kaum weiter verfolgt werden konnten.
Die Bilder zeigen Euch Pegasus am Eingang zur Kreisauer Gutsanlage, das Gut insgesamt und das Berghaus, in dem sich der Kreisauer Kreis Anfang der vierziger Jahre konspirativ traf.

Sonntag, 18. Januar 2009

Keine neue Tagebaue

Liebe Freunde in Brandenburg, bitte unterstütz die Kampagne "Keine neuen Tagebaue". Näheres erfahrt Ihr unterhttp://www.keine-neuen-tagebaue.de/

Sonntag, 30. November 2008


Die ruhige dunkle Zeit hat schon auch was für sich - der Winter - Himmel über Frankfurt lässt uns staunen - die Pyramide zaubert Schattenbilder an die Zimmerdecke.
Wir warten auf Weihnachten...

Donnerstag, 6. November 2008

Herbst
von Kilian Falkenhagen im Herbst 2008

Herbstgewitter, schwere Wolken
All das zieht jetzt über´s Land
Hätt´ ich all das nie vernommen, wär´n
Mir andere Sachen fremd.

Kalte Lüfte, Blätterstürme
Toben jetzt vor meinem Haus-
Blätter fallen vor meine Füße
Ohne Ton, doch wie im Tanz.

Freitag, 31. Oktober 2008

Leben und Tod







Morgen tragen wir einen jungen Mann zu Grabe - 31 Jahre jung... Wie rasch überschreiten wir die Grenze zwischen Leben und Tod.






Stille legt sich in diesen Wochen über die Felder, die Wälder und Wasser. Das Summen des Altweibersommers, das letzte Tirilieren, die Betriebsamkeit unter den letzten warmen Sonnenstrahlen hat ein Ende gefunden. Wir atmen Nebelluft und sehen den endlosen Regenschauern zu. Die Luft ist rau und wir fliehen sie in unsere warmen Zimmer hinein. Kerzen leuchten jetzt auf und die Gedanken gehen seltsame Wege. Viele Menschen sorgen sich um die Gräber ihrer Lieben. Unsere Herzen atmen Abschied, suchen Trost und Geborgenheit. Heute gehen wir einen schweren Weg gemeinsam. Wir trauern um Tobias Winkler. Wir legen seine Asche ist Gottes Erde zurück. Heute ruhen unsere Hände, es gibt nichts mehr zu tun, der Schmerz ist so unausweichlich. Diese alte Wulkower Kirche und der alte Kirchhof sind uns heute Zuflucht. Generationen von Frauen, Männern und Kindern suchten diesen Ort auf in Zeiten der Trauer, der Angst und des Abschieds. Sie kamen wie wir heute und die Fragen bohrten nach dem Wozu und dem Wohin. Und schnelle Antworten fielen und fallen schwer. Im Angesicht des Todes muss uns wohl die Schlichtheit des Vertrauens und des Glaubens genügen. Auch wenn unsere Augen gehalten sind und unser Verstand es nicht zu fassen vermag: Es gibt wohl ein großes göttliches Wirken – ein Wirken, das unsere menschlichen Grenzen sprengt – weiter reicht bis über die Endgültigkeit des Todes hinaus. Auch wenn ich Leib und Leben verliere, du, Gott, hältst mich; du bleibst mir für immer! Tobias hat im Laufe seines nach unseren Maßstäben viel zu kurzen Lebens sehr intensiv nachgedacht über die Läufe dieser Welt, über Woher und Wohin, über Grundfragen des Lebens. Dabei wurde ihm – gleich den alten Weisen - wohl bewusst, dass sich Welten hinter unseren Welten verbergen, die der Mensch nur in einem Zustand der Stille, abseits von allem Getriebe betreten kann. Seine Liebe zu Japan mag wohl ein Schritt auf einem Weg gewesen sein, der ihn in diese Welten geführt hat. Christliche Mystik – das Bewusstsein eines großen Eingebundenseins – und Zen haben viele Erkenntnisse gemein.
Der große christliche Mystiker des deutschen Mittelalters Meister Eckhardt schrieb: Das Auge, in dem ich Gott sehe, das ist dasselbe Auge, darin mich Gott sieht; mein Auge und Gottes Auge, das ist ein Auge und ein Sehen und ein Erkennen und ein Lieben.
Wir wissen nicht, wohin unsere Seelen eines Tages gehen – nur schattenhaft ahnen wir und finden Trost. Zur Ruhe mag uns wohl kommen lassen – an diesem Grab und in den Tiefen der Trauer – ein schlichtes Vertrauen wie es Meister Eckhardt lehrte: ‘Wenn ich zurückkomme in ‘Gott’... Wenn ich in den Grund, in den Boden, in den Strom und in die Quelle der Gottheit komme, so fragt mich niemand, woher ich komme oder wo ich gewesen sei. Dort hat mich niemand vermisst.’ Oder mit dem Psalmisten gesprochen: Auch wenn ich Leib und Leben verliere, du, Gott, hältst mich; du bleibst mir für immer!